Gemäß einer Studie sind 96 Prozent der User, die Ihre Website besuchen, nicht unmittelbar bereit, einen Kauf zu tätigen. Sie stöbern ein wenig herum, verlassen Ihren Onlineshop aber wieder, ohne tatsächlich etwas gekauft zu haben.

Um speziell auf diese Usergruppe, die bereits mit Ihrem Angebot Kontakt hatte, aber es zu keinem Kaufabschluss gekommen ist, ausgerichtete Marketingmaßnahmen zu ergreifen, sind Retargeting-Anzeigen die perfekte Antwort.

Was genau ist Retargeting?

Retargeting ermöglicht es Ihnen, Ihre Kunden an Ihre Produkte bzw. Dienstleistungen zu erinnern, nachdem diese Ihre Website verlassen haben, ohne etwas zu kaufen. Wenn genau diese Kunden dann auf einer anderen Website Anzeigen mit Werbung für Ihre Produkte bzw. Dienstleistungen sehen, handelt es sich um Retargeting.

Retargeting funktioniert sowohl mit Apps und Suchmaschinen als auch mit Website-Banneranzeigen. Viele seriöse Vermarkter verwenden Retargeting heutzutage als ein wichtiges Instrument, um mit ihren Kunden in Kontakt zu treten und ihre Abverkäufe zu steigern. Retargeting ermöglicht es Ihnen, für Ihre potenziellen Kunden Ihre Marke präsent zu machen und sie davon zu überzeugen, Ihr Angebot erneut zu überdenken und letztendlich einen Kauf zu tätigen.

Retargeting

Ein fiktives Beispiel zur Veranschaulichung

Hannah besucht einen Brillenhersteller und schaut sich eine bestimmte Sonnenbrille an, kauft sie aber nicht. Am nächsten Morgen besucht Hannah eine andere Website wie beispielsweise einen Online-Wetterdienst. Der Brillenhersteller führt eine Remarketing-Kampagne über ein Anzeigennetzwerk durch, das mit diesem Wetterdienst kooperiert. Hannah sieht eine Anzeige des Brillenherstellers, die dieselbe oder eine ähnliche Sonnenbrille bewirbt wie die, die sie sich gestern angesehen hat.

Das Ziel der Anzeige ist es, Hannah an die Sonnenbrille zu erinnern, an der sie interessiert war. Vielleicht wird sie dadurch doch noch davon überzeugt, auf die Anzeige zu klicken und den Kauf abzuschließen.

Warum ist Retargeting so vielversprechend?

Retargeting-Kampagnen ermöglichen es Ihnen, bestimmte Besucher mithilfe spezifischer Anzeigen für Ihr Angebot zu gewinnen. Dabei fokussieren Sie diese Kampagnen speziell auf die Besucher, die bereits Interesse an Ihrem Produkt bekundet haben. Mithilfe von Suchmaschinen und sozialen Medien werden dieser Zielgruppe Ihre Anzeigen angezeigt.

Um Ihre Kampagne so effektiv wie möglich zu gestalten, empfiehlt es sich, Ihre Leads gemäß ihrer demographischen Daten und ihres Onlineverhaltens zu segmentieren und auf die einzelnen Untergruppen zugeschnittene, relevante Anzeigen zu generieren, die zu mehr Käufen führen. Ganz gleich, welches Segment Sie wählen, Sie sprechen eine Gruppe von Menschen an, die bereits durch den Besuch Ihrer Website Interesse an Ihrer Marke bekundet haben.

Jedes Mal, wenn der potenzielle Kunde Ihre Retargeting-Anzeigen sieht, gewinnt Ihre Marke an Zugkraft. Die für Retargeting-Kampagnen typischen hohen Klickraten und gesteigerten Konversionen unterstreichen den Wert einer guten Markenführung und wiederholten Exposition.

Was ist der Unterschied zwischen Retargeting und Remarketing?

Wenn es um Retargeting vs. Remarketing geht, liegt der Hauptunterschied in der Strategie. Beim Retargeting geht es meist um die Zustellung von Werbung an potenzielle Kunden auf der Grundlage von Cookies, während Remarketing in der Regel auf Basis von E-Mails erfolgt. Beim Remarketing werden die Informationen der Benutzer gesammelt und Listen erstellt, die später für den Versand von Verkaufs-E-Mails verwendet werden.

Wie genau funktioniert Remarketing?

Beim Remarketing werden beispielsweise E-Mails an einen potenziellen Käufer versendet, nachdem dieser seinen Kauf nicht final abgeschlossen oder einen Artikel auf seine Wunschliste gesetzt hat. Remarketing-E-Mails „erinnern“ potenzielle Kunden an Ihr Produkt und nutzen die Informationen, die Ihnen über sie bekannt sind.
Eine von AgilOne durchgeführte Studie mit dem Titel „ Marketing Personalization Preferences of Shoppers Worldwide“ ergab, dass die effektivsten Remarketing-E-Mails in die folgenden drei Kategorien unterteilt werden können:

  • 58 % der Menschen werten E-Mails, in denen Produkte, die ihnen gefallen oder die sie in der Vergangenheit gesehen haben, zum Verkauf angeboten werden, als positiv.
  • 51 % geben an, dass es ihnen zusagt, per E-Mail wie ein VIP behandelt zu werden.
  • 41 % der Personen im Alter von 25 – 34 Jahren werten E-Mails mit einem Hinweis auf ihren Warenkorbabbruch als positiv.

Retargeting und Remarketing sind beides wirksame Methoden für sich, doch eine Kombination aus beiden kann die beste Strategie sein, um Ihre digitalen Marketingaktivitäten zu fördern und Ihren Gewinn zu verbessern.

Pixelbasiertes Retargeting

Beim pixelbasierten Retargeting wird ein auf einem JavaScript-Code basierender Retargeting-Pixel auf Ihrer Website bzw. Ihrer Post-Click-Landingpage platziert. Jedes Mal, wenn ein Besucher auf Ihrer Website bzw. der Post-Click-Landingpage ankommt, legt der Pixel ein anonymes Browser-Cookie im Browser dieses Besuchers ab.
Wenn der Besucher Ihre Seite wieder verlässt und dann auf anderen Webseiten surft, lässt der Pixel Ihren Provider für Ihre Anzeigenkampagnen – wie beispielsweise Google AdWords oder Facebook –wissen, dass diesen Besuchern Ihre Anzeigen angezeigt werden müssen.

Listenbasiertes Retargeting

Bei dieser Form des Retargetings verwenden Sie Listen Ihrer bestehenden Kunden oder Besucher, die Ihnen ihre E-Mail-Adresse mitgeteilt haben. Je nachdem, auf welcher Plattform (Google, Facebook, etc.) Sie Ihre Retargeting-Kampagne geschaltet haben, laden Sie dort diese E-Mail-Adressen hoch, sodass nur diese speziellen Besuchern Ihre Anzeigen zu Gesicht bekommen.

Wie Sie Facebook, Google & Co. für Ihr Retargeting nutzen können

Es gibt eine Vielzahl von Drittanbieter-Plattformen für Social und webbasiertes Retargeting wie zum Beispiel Google, Facebook, Instagram oder Twitter.
Um mit einer Facebook-Retargeting-Kampagne zu beginnen, benötigen Sie ein Facebook-Konto für Business-Anzeigen. Im Facebook-Anzeigenmanager wählen Sie dann im Abschnitt „Zielgruppen“ die Option „Benutzerdefinierte Zielgruppen“.

Wählen Sie aus der Liste der „Benutzerdefinierten Zielgruppen“ die Option „Website-Verkehr“, mit der Sie eine Liste von Personen erstellen können, die Ihre Website besucht oder bestimmte Webseiten angesehen haben.

Wählen Sie nun aus dem Drop-Down-Menü auf der Registerkarte „Website-Traffic“ die Zielgruppe aus, auf die Sie Ihre Retargeting-Anzeigen richten möchten. Dazu gehören beispielsweise folgende Gruppen:

  • Jeder, der Ihre Website besucht
  • Menschen, die bestimmte Seiten besuchen
  • Menschen, die bestimmte Seiten besuchen, aber nicht andere
  • Personen, die Ihre Seite seit einer bestimmten Zeit nicht mehr besucht haben
  • Benutzerdefinierte Kombination

Nachdem Sie die genaue Zielgruppe bestimmt haben, stellt Ihnen Facebook deren Pixel-Tracking-Code (auch bekannt als Facebook-Pixel) zur Verfügung, der auf der Website platziert wird, um Besucher zu verfolgen, die auf Ihrer Website landen.

Das Facebook-Retargeting ermöglicht es Ihnen, die Konversionen Ihrer Facebook-Werbung zu verfolgen und Ihre Werbung auf der Grundlage der Daten, die Sie aus Ihren Kampagnen sammeln, zu optimieren.

FAZIT: Retargeting birgt viele Vorteile

Wenn Sie verlorenen Website-Traffic nutzen und reaktivieren wollen, ist Retargeting ein effektives Tool. Denn Fakt ist, dass Sie Ihre Bemühungen auf Zielgruppen konzentrieren, die bereits eher zum Kauf bereit sind als andere. Sie behalten Ihre Marke auf diese kosteneffiziente Weise plattform- und kanalübergreifend im Auge und platzieren Ihre Anzeigen strategisch bei einem interessierten Publikum. Für den Einsatz von Retargeting spricht zudem der Aspekt, dass es für jede Branche geeignet ist.